Integration per Smartphone: Landkreis Heidenheim startet Integreat-App

Die Integreat-App für den Landkreis Heidenheim ist online: Als erste Kommune in Baden-Württemberg hat der Landkreis Heidenheim einen digitalen mehrsprachigen und mobilen Alltagslotsen für Neuzugewanderte auf den Weg gebracht.integreat-app-logo

Mehr als 19000 ausländische Staatsangehörige aus 122 unterschiedlichen Ländern leben im Landkreis Heidenheim, darunter über 2000 Geflüchtete, die seit 2015 im Landkreis Heidenheim Schutz gefunden haben. Für viele Neuzugewanderte stellt die erste Orientierung im Landkreis eine besondere Herausforderung dar: Wann und wo beginnt der nächste Sprachkurs? Zu welcher Ausländerbehörde muss ich? Welchen Zugang habe ich zum Arbeitsmarkt? Wie funktioniert das deutsche Schulsystem? Und wie funktioniert das eigentlich mit der deutschen Abfalltrennung?

Die Integreat-App für den Landkreis Heidenheim soll allen Neuzugewanderten helfen, zügig Antworten auf diese und weitere Fragen zu finden. Abgedeckt werden unter anderem die Bereiche Sprache, Gesundheit, Alltag und Freizeit, Familie sowie Arbeit und Bildung. Auch ein lokaler Veranstaltungskalender und eine Schnittstelle zu der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer wurden integriert. „Mit der Integreat App haben wir eine weitere Möglichkeit, die Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund bei uns im Landkreis Heidenheim zu unterstützen und so die Integration zu fördern – gleichzeitig wurde eine weitere Entwicklungsmaßnahme aus unserem Integrationskonzept erfolgreich umgesetzt“, so Landrat Thomas Reinhardt. Dass die Inhalte natürlich nicht nur in der deutschen Sprache zur Verfügung stünden sei klar. Dementsprechend können alle Infos auch auf Arabisch, Englisch und Farsi abgerufen werden.

Erarbeitet wurden die landkreisspezifischen Inhalte für die von der Tür an Tür Digital Factory gGmbH entwickelten App in rund einem halben Jahr von einer Projektgruppe aus Mitarbeitern der Landkreisverwaltung, der Agentur für Arbeit, des Jobcenters und der AWO Heidenheim unter Leitung von Frank Neubert, Bildungskoordinator im Landkreis Heidenheim. Dass mit der App zahlreiche Geflüchtete ebenso wie EU-Migranten oder auch andere Neuzugezogene erreicht werden können, steht für alle Beteiligten außer Frage. „Wie wir aus Erfahrung wissen, besitzen die meisten Geflüchteten und Migranten ein Smartphone – schon um den Kontakt mit Familie und Freunden in ihren Herkunftsländern zu halten. Eine Daten-Flatrate dagegen ist keineswegs Standard, weswegen die Inhalte der Integreat App auch offline zugänglich sind“, betonte Landrat Reinhardt im Begenungszentrum. Somit ist die App eine zeit- und ortsunabhängige Infoquelle und ohne mobile Datenflatrate oder W-LAN zugänglich. Doch auch wer kein Smartphone besitzt hat Zugriff auf die Inhalte: Durch einen Webzugang kann die App über jeden Browser genutzt werden. Und das natürlich nicht nur von Neuzugezogenen. „Auch für die vielen Ehrenamtlichen in der Geflüchtetenhilfe und selbst für Hauptamtliche birgt die App wichtige Infos“, so Projektleiter Frank Neubert, der zusammen mit seinem Kollegen Bruno Schuster aus dem Stabsbereich Migration und Ehrenamt im Landratsamt im Begenungszentrum einen Überblick über die Inhalte gab und Fragen beantwortete.
Wie Fritjof Knier, Projektmanager der Tür an Tür Digital Factory gGmbH, berichtete, wurde die App gemeinsam mit Studierenden und Forschern der TU München vor rund zwei Jahren entwickelt und werde zwischenzeitlich von 26 Städten und Landkreisen in Deutschland genutzt. Er freue sich, dass nun auch ein erster Landkreis in Baden-Württemberg mit Integreat eine Hilfestellung für Asylsuchende und Migranten biete. Dass Integreat etwas ganz Besonderes ist, zeigt übrigens nicht nur die Anwendung, sondern auch, dass Integreat Finalist beim European Youth Award 2017 ist.

Info: Die App für das Smartphone kann kostenlos für IOS und Android heruntergeladen werden.
Hier geht es zur Integreat Web-App für den Landkreis Heidenheim:
https://web.integreat-app.de/lkheide
nheim/de
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QR_CODE_DL.integreat-app.de

 

Themenabend „Sucht“ im BZME Donnerstag 28.09.2017 17:00 Uhr

Am Donnerstag, den 28.09.2017  17:00 Uhr findet im Begegnungszentrum Migration und Ehrenamt (BZME) Hölderlinstraße 50, 89522 Heidenheim ein Themenabend „Sucht“ statt.

Frau Renate Klenz (Suchtberatung Diakonie) wird über die Süchte „Spiel“ und „Alkohol“ berichten und informieren.

Zielgruppe sollen nicht suchtgefährdeten Geflüchteten selbst sein, sondern Ehrenamtliche, die diese betreuen. Die Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe sollen nicht zu Suchtberatern ausgebildet werden, sondern es soll ihnen ermöglicht werden, Anzeichen von Sucht zu erkennen. Die Ehrenamtlichen sollten dann anschließend erfahren, welche professionellen Hilfen für Suchtgefährdete im Landkreis Heidenheim angeboten werden, um die Geflüchteten an diese Stellen weiterzuvermitteln bzw. dorthin begleiten zu können.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.