Welche Art von Hilfe wird benötigt?

Sie können sich für Flüchtlinge auf vielfältige Art und Weise – entsprechend ihrer eigenen Interessen, Fähigkeiten und Möglichkeiten – engagieren. Hierzu gehören u.a. Angebote der Willkommenskultur, die Alltagsbegleitung zu Behörden und Ärzten, die Vermittlung der deutschen Sprache in Form von Sprachunterricht, Nachhilfe und Übersetzungsdiensten und die Hausaufgabenbetreuung.
Weitere Möglichkeiten des Engagements sind die Gestaltung von Freizeitangeboten für Flüchtlinge, hierzu gehören spielerische, sportliche, handwerkliche, musische und kulturelle Aktivitäten sowie das gemeinsame Kochen, Feste feiern oder die ganz persönliche Einladung. Sie können Flüchtlinge mit Fahrdiensten und der Bereitstellung von Fahrrädern helfen. Wichtig ist auch die Unterstützung bei der Suche nach einer Wohnung, bei einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz. Darüber hinaus können Sie sich in Ihrem Verein, mit Ihrer Nachbarschaft oder Ihrem Arbeitgeber für Flüchtlinge einsetzen.

Wohin können Sachspenden gebracht werden?

Hier finden Sie die Kontaktadressen, wohin Sie Ihre Sachspenden bringen können:
Kleider spenden
Möbel spenden
Fahrrad spenden

Können Bürger Geld spenden?

Die meisten Flüchtlingsorganisationen sind auf private Spenden angewiesen. Beispiele sind das internationale Flüchtlingshilfswerk der UNO, UNHCR, oder Pro Asyl in Deutschland, aber auch die vielen kleineren Projekte, die es auf kommunaler Ebene gibt. Auch in Heidenheim gibt es Möglichkeiten zu Spenden: Die Spendenverwaltung für den Landkreis Heidenheim übernimmt die Diakonie Heidenheim. Dort können Sie unter dem Stichwort „Freundeskreis Asyl“ gerne spenden.
Spenden können steuerlich als Sonderausgaben abgesetzt werden, im Falle dass die Empfänger als gemeinnützig anerkannt sind. Eine andere Möglichkeit ist es, bei Jubiläen oder Geburtstagen auf Geschenke zu verzichten und Gäste um Spenden für Flüchtlinge zu bitten.

Können Bürger Flüchtlinge bei sich zu Hause unterbringen?

Ein neu angekommener Flüchtling lebt nach der Registrierung in der LEA (Landeserstaufnahmeeinrichtung) in Baden-Württemberg zunächst in einer Gemeinschaftsunterkunft. Diese Unterkunft ist mit Möbeln und Elektrogeräten ausgestattet.
Nach spätestens 24 Monaten darf der Flüchtling in privaten Wohnraum umziehen und einen eigenen Mietvertrag abschließen. In Einzelfällen ist der Auszug, je nach rechtlichem Status, auch früher möglich. Dies wird von den Behörden genehmigt.

Wie wird entschieden, welche Flüchtlinge nach Baden-Württemberg, bzw. nach Heidenheim kommen?

Die erste Station eines Flüchtlings in Deutschland ist stets eine LEA. Über den „Königsteiner Schlüssel“ wird die Anzahl der Flüchtlinge geregelt, die die Bundesländer aufzunehmen haben.

Was ist der „Königsteiner Schlüssel“?

Das Kontingent der aufzunehmenden Flüchtlinge wird schon seit 1949  an Hand der Steuereinnahmen (2/3 Anteil bei Bewertung) und der Bevölkerungszahl (1/3 Anteil bei Bewertung) berechnet. Die Quote wird jährlich neu ermittelt. Im Jahr 2015 Hat NRW die höchste und Bremen die niedrigste Quote Asylsuchende aufzunehmen.

Was heißt das für Baden-Württemberg und Heidenheim?

Derzeit werden 12,97 % der in Deutschland angekommenen Flüchtlinge Baden-Württemberg zugewiesen. Laut der aktuellen Prognose von Ende August sind dies ca. 104.000 Erstantragsteller. In den nächsten Monaten wird mit monatlich 250-270 Flüchtlingen (Tendenz steigend) gerechnet, die im Landkreis Heidenheim untergebracht werden müssen.

Woher kommen die Flüchtlinge?

Die Flüchtlinge kommen vor allem aus den Balkan-Staaten, Syrien, Irak, Nigeria, Eritrea und Pakistan.

Was tut die Stadt, damit die Flüchtlinge in Heidenheim „ankommen“?

Die Stadt Heidenheim fördert durch Öffentlichkeitsarbeit, Transparenz und eine positive Willkommenskultur das gesellschaftliche Verständnis für die Situation der Flüchtlinge, Dazu zählt auch maßgeblich die Initiierung und Einbindung der Freundeskreise Asyl. Die Stadtverwaltung leistet Hilfe in allgemeinen Lebenslagen, z.B. durch Beratung in ausländerrechtlichen Fragen. Die Stadt vermittelt den Flüchtlingskindern zügig Kita-Plätze und ermöglicht den Schulbesuch.

Wie fördert der Landkreis Heidenheim eine Willkommenskultur?

Die Flüchtlinge werden bei ihrer Ankunft im Landkreis Heidenheim zentral im Landratsamt empfangen, erhalten hier erste Informationen auch über zustehende Leistungen und bekommen das Taschengeld für den aktuellen Monat ausbezahlt. Bevor sie, begleitet von Mitarbeitern des Fachbereichs Flüchtlingshilfe und Ehrenamt, mit Bussen in die jeweiligen Unterkünfte gebracht und die Wohnräume bezogen werden, werden die Unterlagen und Ausweise auf Vollständigkeit geprüft. Gleichzeitig erhalten die Flüchtlinge eine Willkommensmappe mit wichtigen Informationen und Dokumenten. Zeitnah finden dezentral in den Unterkünften Informationsveranstaltungen für die Asylbewerber und Flüchtlinge statt.

Zur Förderung der Willkommenskultur hat die Landkreisverwaltung im Februar 2015 eine Koordinierungsstelle Ehrenamt im Asylbewerberbereich eingerichtet, an die sich alle Ehrenamtlichen im Bereich Flüchtlingshilfe wenden können. Um die Ehrenamtlichen noch intensiver unterstützen zu können, kooperiert der Landkreis seit September 2015 mit den Wohlfahrtsverbänden Diakonie und AWO. Zudem wurde ein Leitfaden mit Hinweisen und Informationen für die Ehrenamtlichen herausgegeben, der regelmäßig aktualisiert wird. Bei regelmäßigen Treffen zwischen den Ehrenamtlichen und der Landkreisverwaltung werden Erfahrungen ausgetauscht, bei einer einmal im Jahr stattfindenden Klausurtagung wird die Zusammenarbeiter weiter optimiert.

Flüchtlingsunterkünfte im Landkreis Heidenheim

Das Landratsamt Heidenheim hat folgende Grafik zu Flüchtlingsunterkünften in Heidenheim erstellt.
Hier finden Sie die Karte.

Wer hat welche Aufgabe bei der Unterbringung von Flüchtlingen?

Für die Unterbringung der Asylbewerber sind zunächst die Bundesländer zuständig, die hierfür Landeserstaufnahmestellen – wie beispielsweise in Ellwangen – bereithalten. Von dort werden die Asylbewerber nach dem Königsteiner Schlüssel auf die Stadt- und Landkreise verteilt. Ab diesem Zeitpunkt ist im Landkreis Heidenheim das Landratsamt für die Unterbringung und Betreuung verantwortlich. Zur vorläufigen Unterbringung richtet der Landkreis Gemeinschaftsunterkünfte ein, wo die Asylbewerber maximal 24 Monate leben. Anschließend wechseln die Männer, Frauen und Kinder – sofern sie keine Aufenthaltserlaubnis haben – in die Anschlussunterbringung, für die die Städte und Gemeinden zuständig sind. (Weitere Infos unter der Frage „Wo leben die Flüchtlinge im Landkreis Heidenheim?“)

Wo leben die Flüchtlinge im Landkreis Heidenheim?

Die Asylbewerber kommen in den Landkreisen zunächst in die vorläufige Unterbringung, das heißt Gemeinschafts-, Behelfs- oder Notunterkünfte. Als Gemeinschaftsunterkünfte gelten üblicherweise für Flüchtlinge angemietete Wohnungen oder Häuser. Zwei Unterbegriffe der Gemeinschaftsunterkunft sind die Behelfs- und Notunterkünfte. Behelfsunterkünfte sind beispielsweise leerstehende Supermärkte, die durch Trennwände sowie Sanitär- und Küchencontainer im Außenbereich mit einem gewissen zeitlichen Vorlauf zu Flüchtlingsunterkünften umfunktioniert und mit Stockbetten und Spinden ausgestattet werden. Notunterkünfte, die es in anderen Landkreisen beispielsweise schon in Turnhallen gibt, werden innerhalb kürzester Zeit mit Feldbetten für eine Belegung ausgestattet. Im Landkreis Heidenheim gibt es Gemeinschaftsunterkünfte in neun von elf Städten und Gemeinden. Wer über eine Aufenthaltserlaubnis verfügt, darf aus der Gemeinschaftsunterkunft ausziehen und sich selbst eine Wohnung suchen. Wer geduldet ist oder wessen Asylverfahren noch nicht abgeschlossen ist, muss nach spätestens 24 Monaten in die Anschlussunterbringung wechseln. Für die Anschlussunterbringung sind die Städte und Gemeinden zuständig, die entsprechende Gebäude und Wohnungen für die vom Landkreis zugewiesenen Personen bereithalten müssen.

Wie lange leben die Flüchtlinge in diesen Unterkünften?

Nach dem Flüchtlingsaufnahmegesetz müssen die Flüchtlinge bis zum Ende des Asylverfahrens in der sog. „vorläufigen Unterbringung“ bleiben, längstens jedoch 24 Monate. Danach ziehen die Flüchtlinge in kleinere Unterkünfte und in Privatwohnraum.

Was ist mit Kindern und Jugendlichen, die allein nach Heidenheim kommen?

Die Kinder und Jugendliche, die allein nach Heidenheim kommen, werden in entsprechenden Einrichtungen für Kinder und Jugendliche untergebracht. Das Jugendamt regelt die Unterbringung und die Vormundschaft.

In der Bevölkerung gibt es Bedenken, Ängste und Kritik an einzelnen Standorten. Wie begegnet die Stadt diesen?

Die Unterbringung der Flüchtlinge ist gesetzliche Pflicht. Die Verwaltung prüft geeignete Bauten und Grundstücke intensiv. Der Stadt ist es wichtig, dass die Anwohner frühzeitig mit eingebunden werden. Dies geschieht vor allem über eine aktive Pressearbeit. Welche Bauten an welchen Standorten tatsächlich realisiert werden, bleibt dann eine Entscheidung des Gemeinderats.

Teilweise entnommen aus: http://www.stuttgart.de/item/show/572019/1

Weitere Informationen und FAQ´s finden Sie hier:

Benedikt Plesker und Frank Bräutigam, ARD-Rechtsredaktion

Asylverfahren

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Grafik Quelle: Caritas Erzdiözese Freiburg, Flüchtlinge begleiten, S. 10

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